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13,7 Milliarden Euro – und wo Volleyball steht
Der deutsche Glücksspielmarkt erreichte 2023 Bruttospielerträge von 13,7 Milliarden Euro – ein Wachstum von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sportwetten machten davon 13,1 Prozent aus, also rund 1,8 Milliarden Euro. Diese Zahlen zeigen, in welchem Umfeld Volleyball-Wetten stattfinden: als kleiner, aber wachsender Teil eines gewaltigen Marktes.
In neun Jahren Volleyball-Quotenanalyse habe ich den deutschen Wettmarkt wachsen und sich transformieren sehen – von einem weitgehend unregulierten Wildwest zum lizenzierten, von der GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder) beaufsichtigten System. Volleyball ist in diesem System ein Nischenprodukt, das langsam an Bedeutung gewinnt. Wer versteht, wo Volleyball im Gesamtmarkt steht, versteht auch, warum die Quoten so sind, wie sie sind – und wo die Chancen liegen.
Der Markt in Zahlen
Die 1,8 Milliarden Euro Sportwetten-Umsatz in Deutschland verteilen sich höchst ungleich. Fußball dominiert mit geschätzten 70 bis 80 Prozent des Gesamtvolumens. Dahinter folgen Tennis, Basketball, Eishockey und dann – mit deutlichem Abstand – die Nischensportarten, zu denen Volleyball gehört.
Der globale Sportwettenmarkt hat 2024 die 70-Milliarden-Dollar-Marke überschritten, wobei Online-Wetten rund 60 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachten. Deutschland ist einer der größten Einzelmärkte in Europa, und die Digitalisierung treibt das Wachstum: Mehr als 70 Prozent aller Sportwetten werden mittlerweile mobil platziert.
Ein Blick auf die Steuereinnahmen macht die Dimension deutlich: Bei 1,8 Milliarden Euro Sportwetten-Bruttospielerträge und einer Wettsteuer von 5 Prozent auf den Einsatz fließen hunderte Millionen Euro an den Staat. Diese Steuereinnahmen finanzieren den Regulierungsapparat, der den legalen Markt am Laufen hält – von der GGL über den Spielerschutz bis zur Marktaufsicht. Volleyball profitiert indirekt von dieser Struktur, weil die Regulierung auch die Volleyball-Wettmärkte abdeckt und legitimiert.
Was diese Zahlen für Volleyball-Wettende bedeuten: Der Markt ist groß genug, um professionell betrieben zu werden, aber klein genug, um Ineffizienzen zu bieten. In einem Markt, in dem Fußball 80 Prozent des Volumens ausmacht, investieren die Buchmacher den Großteil ihrer Analysekapazität in Fußball. Volleyball bekommt weniger Aufmerksamkeit – und weniger Aufmerksamkeit bedeutet weniger scharfe Quoten. Das ist die strukturelle Grundlage für Value Betting im Volleyball.
Die Wetteinsätze auf die Fußball-EM 2024 in Deutschland überschritten 30 Milliarden Euro weltweit – das zeigt die Dimension, die Großereignisse im Wettmarkt erreichen können. Volleyball erreicht diese Volumina nicht, aber die WM- und Olympia-Wettmärkte wachsen stetig und nähern sich einem Niveau an, das für die Buchmacher relevant genug ist, um die Quotenqualität zu verbessern.
Regulierungsrahmen – wie die GGL den Markt formt
Die GGL beaufsichtigt 141 lizenzierte Operatoren und hat 2024 über 230 Anträge auf Lizenzen und Lizenzänderungen bearbeitet. Ab August 2025 gibt der GGL Gambling Market Monitor regelmäßig Einblicke in den deutschen und grenzüberschreitenden Glücksspielmarkt. Diese Transparenz ist neu – und sie verändert die Spielregeln für alle Marktteilnehmer.
Der Regulierungsrahmen hat direkte Auswirkungen auf Volleyball-Wetten. Die GGL-Lizenzierung der Volleyball-Bundesliga seit 2024 hat den legalen Markt für Volleyball in Deutschland erst ermöglicht. Zuvor war Volleyball-Wetten in Deutschland eine Grauzone – lizenzierte Anbieter boten internationale Ligen an, aber der deutsche Ligabetrieb war nicht formal reguliert.
Was die Regulierung für die Quotenstruktur bedeutet: Die Wettsteuer von 5 Prozent auf den Einsatz wird von allen lizenzierten Anbietern erhoben. Das ist ein Kostenfaktor, der bei Fußball-Wetten durch das hohe Volumen relativiert wird, bei Volleyball-Wetten aber stärker ins Gewicht fällt. Die Marge des Buchmachers plus die Wettsteuer ergeben eine Gesamtbelastung, die bei Volleyball-Wetten typischerweise 10 bis 15 Prozent beträgt – deutlich höher als die 7 bis 10 Prozent bei Fußball-Topspielen.
Volleyballs Anteil am Wettmarkt – und sein Potenzial
Rund 69 Millionen Deutsche kennen Volleyball, aber nur 2,51 Millionen zeigen besonderes Interesse. Diese Zahlen aus der Allensbach-Analyse spiegeln sich im Wettmarkt wider: Volleyball ist bekannt, aber nicht aktiv nachgefragt. Der Wettanteil von Volleyball am deutschen Sportwettenmarkt liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich – genaue Zahlen sind nicht verfügbar, aber Branchenexperten schätzen ihn auf 1 bis 3 Prozent.
Was die Zahlen nicht zeigen: Das Volleyball-Wettvolumen schwankt stark saisonabhängig. Während der Olympischen Spiele, der WM oder der Finalrunde der VNL (Volleyball Nations League) steigt das Volleyball-Wettvolumen sprunghaft an – teilweise auf das Fünf- bis Zehnfache des Normalwerts. In diesen Spitzenzeiten nähert sich Volleyball kurzzeitig dem Wettvolumen von Tennis oder Basketball an. Die Herausforderung für Wettende: In diesen Phasen sind die Quoten schärfer, weil mehr Geld im Markt ist. Der Value verschiebt sich von den offensichtlichen Märkten hin zu Nischenmärkten und Spezialwetten.
Das klingt nach wenig – und ist es auch. Aber das Wachstumspotenzial ist erheblich. Drei Faktoren treiben die Entwicklung: Erstens die GGL-Lizenzierung, die den legalen Rahmen geschaffen hat. Zweitens die wachsende TV- und Streaming-Reichweite, die das Publikumsinteresse steigert. Drittens die internationalen Erfolge deutscher Spieler und die zunehmende mediale Präsenz der Bundesliga.
Was ich in neun Jahren beobachtet habe: Der deutsche Volleyball-Wettmarkt entwickelt sich in Zyklen. Bei Großereignissen – Olympia, WM – steigt das Interesse sprunghaft, neue Wettende entdecken den Sport, die Buchmacher erweitern ihr Angebot. Nach dem Turnier ebbt das Interesse ab, aber auf einem höheren Niveau als vor dem Event. Jeder Zyklus hinterlässt einen festen Kern an dauerhaften Volleyball-Wettenden. Dieser Kern wächst – und mit ihm der Markt.
Die nächste große Wachstumsphase erwarte ich mit den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles. Volleyball in den USA ist ein wachsender Markt, und die amerikanische Medienpräsenz wird den Sport global in ein neues Rampenlicht rücken. Für den deutschen Wettmarkt wird das indirekte Effekte haben: Mehr internationale Aufmerksamkeit, mehr Übertragungen, mehr Wettvolumen – und damit eine weitere Verbesserung der Quotenqualität.
Für Wettende ist das ein klassischer Pioniervorteil. Wer jetzt Expertise im Volleyball-Wettmarkt aufbaut, positioniert sich für einen Markt, der in den nächsten Jahren wachsen wird. Wenn Volleyball in fünf Jahren 5 Prozent statt 2 Prozent des deutschen Sportwettenmarkts ausmacht, sind die Quoten schärfer, die Margen niedriger und der Informationsvorsprung eines frühen Analysten umso wertvoller.
Der deutsche Volleyball-Wettmarkt ist heute das, was der Tennis-Wettmarkt vor zehn Jahren war: ein Nischenprodukt mit Wachstumspotenzial, in dem informierte Analysten einen echten Vorsprung haben. Wer dieses Fenster nutzt, bevor es sich schließt, trifft eine strategische Entscheidung, die sich langfristig auszahlen kann – nicht durch Glück, sondern durch fundiertes Wissen, das man sich heute systematisch aneignet und morgen im wachsenden Markt gewinnbringend anwenden kann.
